Der Hamburger Polizei ist in den vergangenen Tagen eine 19 jährige Fahrraddiebin ins Netz gegangen. Sie soll mehr als 80 teils sehr hochwertige Fahrräder der Marken Raleigh, Bergamount, Herkules, Custom-Bikes und Handmontierte Fahrräder.

Es ist der größte Schlag der vergangenen Jahre der Hamburger Polizei gegen organisierten Fahrraddiebstahl. Es wurden ca. 85 Fahrräder in einem Einfamilienhaus in Hamburg-Schnelsen sichergestellt. Die Tatverdächtigen sind eine 19jährige Frau die die Fahrraddiebstähle begangen haben soll und ihr 24 jähriger Komplize. Dieser soll die Fahrräder von der 19 jährigen angekauft haben und bei Ebay etc. diese weiterverkauft haben. Gegen ihn wird wegen Hehlerei ermittelt, ist aber auf freiem Fuß.

Ein Teil der sichergestellten Beute konnte den rechtmäßigen Besitzern bereits zugeordnet werden. Der größte Teil der Fahrräder wurde im Raum Hamburg Eimsbüttel gestohlen. Mit der Zerschlagung des Duos sind Fahrradbesitzer ein Stück weit sicherer vor Fahrraddiebstahl.

Geschädigte erkennt ihr Rad bei Ebay wieder!

Aufgeflogen ist das Netzwerk aufgrund einer Anzeige einer Geschädigten. Ihr Fahrrad wurde aus ihrem Keller gestohlen und kurze Zeit später entdeckte sie ihr Fahrrad in einer Kleinanzeige im Internet. Kurz darauf durchsuchte die Polizei das Haus und fand zahlreiche gestohlene Fahrräder im ganzen Haus vor. Im Keller, Im Schuppen, sogar in einem Anhänger befanden sich gestohlene Fahrräder berichtete der leitende Kommissar. Die Einsatzkräfte waren einen ganzen Tag damit beschäftigt das Diebesgut in einen LKW zu verfrachten und zu einer zentralen Sammelstelle zu bringen.

Der Hehler führte die Ermittler zur Fahrraddiebin.

Der Hehler war geständig und arbeitete fortan mit den Ermittlern zusammen. Als die Fahrraddiebin dem 24 jährigen zwei weitere Fahrräder über den Nachrichtendienst WhatsApp anbot, schnappte die Falle zu. Der 24 jährige ließ sich auf das Geschäft scheinbar ein und als Gianna L. ihm das erste Fahrrad „verkaufte“ schlugen die im Gebüsch lauernden Fahnder zu und verhafteten die Frau. Sie scheint mit den Fahrraddiebstählen ihre Drogensucht finanziert zu haben und sitzt nun in Untersuchungshaft.

16 Fahrräder konnten dank der Rahmennummer dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden. Nach ihnen wurde bereits europaweit gefahndet.

Fotos der übrigen Fahrräder sollen demnächst auf der Seite www.hamburg.de/polizei veröffentlicht werden. Lässt sich der Eigentümer nicht ausfindig machen, müssen die Fahrräder an den Dieb zurückgegeben werden. Deshalb ist es wichtig sich immer die Rahmennummer zu notieren und gut aufzuheben. Denn nur so kann das gestohlene Fahrrad zweifelsfrei identifiziert werden.

Fahrräder entwickeln sich immer mehr zum Lifestyle Produkt und wird auch immer mehr zum Objekt der Begierde von kriminellen. Erstaunlich ist das jedes 6. Fahrrad vollkommen ungesichert ist. Dabei muss diese nicht immer teuer sein. Ein hochwertiges Fahrradschloss kostet z.B nur um die €100,- und die Aufnahme einer Fahrradklausel in der Hausratsversicherung kostet auch nur wenige Euro im Monat.

Lohnt sich immer eine Anzeige bei Fahrraddiebstahl?

Die geringe Aufklärungsquote von 4-6% führt dazu dass Geschädigte den Fahrraddiebstahl oftmals nicht zur Anzeige bringen sollte das Fahrrad nicht versichert sein. Doch eine Anzeige ist auch Online möglich und das Fahrrad wird europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Mit ein wenig Glück erhält man so sein Fahrrad zurück.